{"id":1573,"date":"2021-02-19T20:24:24","date_gmt":"2021-02-19T20:24:24","guid":{"rendered":"https:\/\/walsermundart.ch\/?page_id=1573"},"modified":"2022-05-30T16:44:49","modified_gmt":"2022-05-30T16:44:49","slug":"sprechen-1","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/walsermundart.ch\/?page_id=1573","title":{"rendered":"2.01 &#8211; Walliser Vorbild"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/walsermundart.ch\/?page_id=360\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/walsermundart.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Pfeil-zurueck-mini-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6871\" width=\"110\" height=\"71\"\/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Schreibung der vorliegenden Texte entspricht den Empfehlungen f\u00fcr Dialekttexte in der deutschsprachigen Schweiz, mit drei Ausnahmen: <strong>st und sp<\/strong> werden durchwegs als <strong>scht und schp<\/strong> geschrieben und alle <strong>ei als \u00e4i<\/strong>. Laute, die man nicht spricht, <strong>entfallen <\/strong>(Wintr). Der Text soll so erscheinen, wie er gesprochen wird. Das Bild eines schriftdeutschen Wortes ist uns vertraut. Wie aber sprechen wir in Dialekt das vielen Lesern kaum bekannte <strong>Speiza<\/strong>? So ist es klar: <strong>Schp\u00e4iz\u00e4<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Die fortw\u00e4hrenden Bem\u00fchungen, der Natur das N\u00f6tigste zum Leben abzuringen und auch noch dem Landesf\u00fcrsten den Zehnten zahlen zu k\u00f6nnen, liess den Walsern kaum Zeit, Lieder aufzuschreiben oder Erlebnisse festzuhalten. Deshalb gibt es \u00fcber Jahrhunderte wenige Zeitdokumente, die Sprache wurde von den Vorfahren \u00fcbernommen und m\u00fcndlich weitergegeben. Es gibt keine festen Schreibregeln, kein Nachschlagewerk mit Richtlinien, alles Geschriebene muss nach dem Klang beurteilt werden. \u00dcber die folgende Adresse erreichen wir Empfehlungen aus dem Wallis. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-vivid-cyan-blue-color has-text-color\"><a href=\"http:\/\/www.walser-museum.ch\/museum\/alltagsleben\/sprache\/schreibung-des-walserdeutschen.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">http:\/\/www.walser-museum.ch\/museum\/alltagsleben\/sprache\/schreibung-des-walserdeutschen.html<\/a><\/p>\n\n\n<p><span style=\"color: #ff0000;\"><strong>Richtlinien aus dem Wallis<\/strong><\/span><\/p>\n\n\n<p>Die Silben und W\u00f6rter sind m\u00f6glichst lautgetreu wiederzugeben.<\/p>\n\n\n<p>Zwischen <strong>e<\/strong>&#8211; und <strong>\u00e4<\/strong>-Lauten ist deutlich zu unterscheiden.<\/p>\n\n\n<p>Auch die Zwielaute (Diphthonge) sind lautgetreu entsprechend <strong>der eigenen Mundart<\/strong> zu schreiben: (Anmerkung zur hier vorliegenden Arbeit: Bu\u00e4ch ist eindeutig, nicht aber Buech.)<\/p>\n\n\n\n<p>Im Anlaut entsprechen sp und st der analogen schriftdeutschen Lautgruppe: <em>spring\u00e4, Spinn\u00e4<\/em>. Im Wortinnern soll derselbe Laut als schp und scht geschrieben werden: <em>Ascht, Aschpa, Mischt<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p>M\u00f6glichst keine Fremdw\u00f6rter verwenden. Beispiele: <em>ganz<\/em> anstatt total, <em>unh\u00e4imli<\/em> anstatt extrem.<\/p>\n\n\n\n<p>Es lohnt sich, die Richtlinien aus dem <strong>Wallis<\/strong> zu Rate zu ziehen, wo die Sprache der zugewanderten Siedler besser erhalten geblieben ist als bei uns. Der Walliser <strong>Eduart Imhof<\/strong> verwendet diese Richtlinien mit Vorbehalt und sagt zum Schreiben im Dialekt folgendes (2009):<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWenn ich solche Texte schreibe, fehlen mir auf der Computertastatur etliche Buchstaben. Da Mundart an und f\u00fcr sich keine Schriftsprache ist, nehme ich mir die Freiheit, sie ohne Ber\u00fccksichtigung vorliegender Allgemeinregulierungen zu Papier zu bringen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>du\/d\u00fc\u00fc&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; sing\u00b0scht&nbsp;&nbsp;&nbsp; l\u00f6\u00fcff\u00b0scht<\/p>\n\n\n\n<p>\u00e4r, \u00e4s, mu&nbsp;&nbsp; sing\u00b0t&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; l\u00f6\u00fcff\u00b0t<\/p>\n\n\n\n<p>ich&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; ha<sup>n<\/sup> gsungu&nbsp; bi gluffu<\/p>\n\n\n\n<p>Die hochgestellten <strong>o<\/strong> (sing<sup>o<\/sup>scht) erwarten ein kaum h\u00f6rbares <strong>o<\/strong>, die hochgestellten <strong>n<\/strong> (ha<sup>n<\/sup>) ein kaum h\u00f6rbares <strong>n<\/strong>.<\/p>\n\n\n<p><strong>Leonie Barandun-Alig<\/strong> bringt den Obersaxer Dialekt in ihrer Kolumne in der S\u00fcdostschweiz vom&nbsp; 8. Februar 2021 so aufs Papier:<\/p>\n<p><span style=\"color: #339966;\">Ich han miar d\u00e0s J\u00e0\u00e0r abar voorgnu, nauwis z m\u00e0<u>ch<\/u>a, w\u00e0 miar Fraud m\u00e0cht.<\/span><\/p>\n\n\n<p>Frau Barandun spricht auch anderswo ihren Obersaxer Dialekt, und auch sie nimmt sich die Freiheit, m\u00f6glichst lautgerecht zu schreiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Tr\u00e4gt die Oberwalliser Bev\u00f6lkerung mehr zum Erhalt der Mundart bei als wir? Selten sprechen Walserb\u00fcndner so frei in der \u00d6ffentlichkeit ohne sich sprachlich dem \u201eUnterland\u201c anzupassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 9. Februar 2017 wurde in der \u201eS\u00fcdostschweiz Online\u201c der neuste Streifen von \u00abFifty Shades of Grey\u00bb erw\u00e4hnt und mit ihm der Churer Dialekt: \u201eEr geh\u00f6rt zu den beliebtesten Dialekten der Schweiz: der B\u00fcndner Dialekt.\u201c Wird nur der Churer Dialekt als <strong>B\u00fcndner Dialekt<\/strong> wahrgenommen? <\/p>\n\n\n\n<p>Sprachregeln aus dem Liechtenstein. Es lohnt sich, diese Website anzusehen. Auch hier wird nach L\u00f6sungen f\u00fcr die Dialektschreibung gesucht, u.a. f\u00fcr chch und schsch. Ein Ausschnitt und der Link:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/walsermundart.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Baeaerger-Schriibregla.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4573\" width=\"629\" height=\"220\" srcset=\"https:\/\/walsermundart.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Baeaerger-Schriibregla.jpg 637w, https:\/\/walsermundart.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Baeaerger-Schriibregla-300x105.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 629px) 100vw, 629px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-vivid-cyan-blue-color has-text-color\"><strong>Herbert Hilbe<\/strong> <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.ahnenforschung.li\/app_ahnenforschung\/Mediathek\/DocumentDialektSchiibregla\" target=\"_blank\">https:\/\/www.ahnenforschung.li\/app_ahnenforschung\/Mediathek\/DocumentDialektSchiibregla<\/a> (aktuelle Website)<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/walsermundart.ch\/?page_id=360\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/walsermundart.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Pfeil-zurueck-mini-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6871\" width=\"110\" height=\"71\"\/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Schreibung der vorliegenden Texte entspricht den Empfehlungen f\u00fcr Dialekttexte in der deutschsprachigen Schweiz, mit drei Ausnahmen: st und sp werden durchwegs als scht und&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-1573","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/walsermundart.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1573","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/walsermundart.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/walsermundart.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/walsermundart.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/walsermundart.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1573"}],"version-history":[{"count":56,"href":"https:\/\/walsermundart.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1573\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7990,"href":"https:\/\/walsermundart.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1573\/revisions\/7990"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/walsermundart.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1573"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}