{"id":5163,"date":"2021-12-24T15:47:22","date_gmt":"2021-12-24T15:47:22","guid":{"rendered":"https:\/\/walsermundart.ch\/?page_id=5163"},"modified":"2022-08-08T08:22:18","modified_gmt":"2022-08-08T08:22:18","slug":"55-die-pest","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/walsermundart.ch\/?page_id=5163","title":{"rendered":"6.03 &#8211; Die Pest"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/walsermundart.ch\/?page_id=399\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/walsermundart.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Pfeil-zurueck-mini-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6871\" width=\"105\" height=\"68\"\/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Der Schwarze Tod<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Pest w\u00fctete im Mittelalter ungleich schlimmer als das Coronavirus heute. Allein in Europa starben zwischen 1346 und 1353 sch\u00e4tzungsweise 25 Millionen Menschen an der Pest, ein Drittel der damaligen Bev\u00f6lkerung! Da noch weitere Epidemien und Krankheiten das Volk heimsuchten, erholten sich die D\u00f6rfer und St\u00e4dte nur langsam. Dr. P. Lorenz: Chur hatte 1750 eine Bev\u00f6lkerung von wenig \u00fcber 2000 Einwohnern.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"660\" height=\"510\" src=\"https:\/\/walsermundart.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Pest-in-Europa-Ausschnitt.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5164\" srcset=\"https:\/\/walsermundart.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Pest-in-Europa-Ausschnitt.jpg 660w, https:\/\/walsermundart.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Pest-in-Europa-Ausschnitt-300x232.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 660px) 100vw, 660px\" \/><figcaption><sup>Zeitliche Ausbreitung der Pest. Gr\u00fcn: geringe oder keine Ausbreitung. <\/sup><br><sup>Bild (Ausschnitt) Wikipedia<\/sup><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Das Mittelschanfigg wurde besonders stark heimgesucht. Die meisten Aufzeichnungen zu Peist sind durch die Dorfbr\u00e4nde vernichtet worden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ulrich Campell 1510-1582, der 200 Jahre sp\u00e4ter lebte, schrieb: &#171;Die Pest w\u00fctete auch [\u2026] auch in den \u00fcbrigen benachbarten D\u00f6rfern dieses Gerichts zweimal unheimlich grausam und derart heftig, dass &#8211; w\u00e4hrend noch vor wenigen Jahren die r\u00e4tische und deutsche Sprache dort gleichermassen verbreitet waren &#8211; diese Generation, wenn es erlaubt ist so zu reden, durch die Seuche fast vollst\u00e4ndig ausgel\u00f6scht wurde. Menschen des gleichen Alters, haupts\u00e4chlich Deutschsprachige, verlegten ihre Wohnsitze von anderswoher dorthin und wanderten ein, um die fr\u00fcheren Siedler abzul\u00f6sen. Heute ist die r\u00e4tische Sprache, die noch vor Kurzem ebenso verbreitet war wie die deutsche, beinahe ausgestorben und ausser Gebrauch gekommen. Zumindest sind heute nur noch wenige Einheimische am Leben, die R\u00e4tisch verstehen. Deutsch hingegen ist sehr lebendig, besonders in Peist, Molinis, St. Peter und Maladers. Anders in Castiel, L\u00fcen und Calfreisen, wo bis anhin noch beide Sprachen gleich h\u00e4ufig benutzt werden.&#187;<\/p>\n\n\n\n<p>Als ob die Pest nicht genug Leid gebracht h\u00e4tte, gab es zur selben Zeit noch K\u00e4mpfe zwischen den rivalisierenden Freiherren. Martin Bund beschreibt in seinem Buch <em>Zur Besiedlungs- und Wirtschaftsgeschichte Graub\u00fcndens im Mittelalter<\/em>: &#171;\u2026 Im Jahre 1352 \u2013 unmittelbar nach der ersten Pestepidemie &#8211; verw\u00fcsteten die Gefolgsleute der Werdenberger in ihrer Fehde mit den Belmontern D\u00f6rfer und Burgen, \u00c4cker und Felder im Gebiet von Flims und der Gruob und \u00e4scherten die Stadt Ilanz ein.&#187; Beide Geschlechter hatten Teilgebiete der Freiherren von Vaz geerbt. Die Freiherren verarmten, denn vom verbliebenen geplagten Volk gab es kaum noch Einnahmen. Ihre Besitzungen gingen an die Habsburger \u00fcber.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/walsermundart.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Pest-Infektionskrankheit-BAG.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5177\" width=\"656\" height=\"127\" srcset=\"https:\/\/walsermundart.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Pest-Infektionskrankheit-BAG.jpg 697w, https:\/\/walsermundart.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Pest-Infektionskrankheit-BAG-300x58.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 656px) 100vw, 656px\" \/><figcaption><sup>www.bag.admin.ch\/<\/sup><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Im Jahr 1400 folgte in Europa eine weitere grosse Pestwelle, die letzte im Jahr 1722, danach traten in Europa nur noch Einzelf\u00e4lle auf.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/walsermundart.ch\/?page_id=399\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/walsermundart.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Pfeil-zurueck-mini-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6871\" width=\"107\" height=\"69\"\/><\/a><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Schwarze Tod Die Pest w\u00fctete im Mittelalter ungleich schlimmer als das Coronavirus heute. 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