{"id":5898,"date":"2022-02-07T06:48:14","date_gmt":"2022-02-07T06:48:14","guid":{"rendered":"https:\/\/walsermundart.ch\/?page_id=5898"},"modified":"2022-08-08T13:13:01","modified_gmt":"2022-08-08T13:13:01","slug":"7-7-im-heuzug","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/walsermundart.ch\/?page_id=5898","title":{"rendered":"7.07 &#8211; Im Heuzug"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/walsermundart.ch\/?page_id=3877\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/walsermundart.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Pfeil-zurueck-mini-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6871\" width=\"108\" height=\"70\"\/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Galtji und Strom<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:28px\"><strong>Mein Leben zwischen Bergbauer und Ingenieur<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Hans K\u00e4stli-Kleinert, Luzein, 1936-2015<\/p>\n\n\n\n<p>Hans hat einige seiner Erinnerungen auf Wunsch seiner Familie in einer kleinen Schrift festgehalten, diese aber nicht ver\u00f6ffentlicht. <strong>Im Heuzug<\/strong> beschreibt er eine strenge b\u00e4uerliche Arbeit, welche die jungen Bauern nur noch vom H\u00f6rensagen kennen. Das folgende Kapitel (Seiten 19 bis 21) wird hier im Einverst\u00e4ndnis mit seiner Frau Brigitte w\u00f6rtlich \u00fcbernommen. Flurnamen und Dialektw\u00f6rter sind hervorgehoben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Im Heuzug<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Diese recht strenge Winterarbeit war nichts f\u00fcr uns Kinder. Aber bereits mit 15 oder 16 wurde f\u00fcr mich auch diese T\u00e4tigkeit aktuell. Schon fr\u00fcher ging ich mit Hitsch und dem \u00c4tti ein-, zweimal mit, um zu wissen, wie so etwas geht. Mein erster richtiger Heuzug war zugleich der Strengste. Aus der <strong>Pargatscheri<\/strong> mussten Hitsch Hartmann (Ratzi-Hitsch) und ich f\u00fcr unsere Nachbarin, die <strong>Galenna<\/strong>-Betta, Heu aus der Pargatscheri herunter holen. Sohn Kaspar oder Hap, wie man ihn nannte, war damals in der RS. Es war ein recht schneereicher Winter und dementsprechend schlechte &#171;<strong>W\u00e4gsami<\/strong>&#171;. Kaum war&#8217;s recht Tag, ging das Abenteuer los. Alle ben\u00f6tigten Utensilien standen parat: Heuschlitten, Zugseil, Burdiseil mit gen\u00fcgend &#171;<strong>Tr\u00fc\u00e4gglen<\/strong>&#171;, Schneeschaufel, Schroteisen und nat\u00fcrlich &#171;<strong>Spiis<\/strong>&#171;. Ausgestattet mit gutem Schuhwerk und w\u00e4hrschaften Wadenbinden machten wir uns auf den Weg. Hitsch mit dem Schlitten auf dem R\u00fccken, w\u00e4hrend ich vorzog, denselben zu ziehen. So gings Schritt um Schritt bergan. Um f\u00fcr den R\u00fcckweg schon eine Spur zu legen, gingen wir \u00fcber <strong>Pany<\/strong> und die unteren Maiens\u00e4sse hinauf bis in <strong>Rofflersch B\u00fc\u00e4l\u00e4wiis<\/strong> und dann westw\u00e4rts bis in die Pargatscheri.<\/p>\n\n\n\n<figure data-wp-context=\"{&quot;imageId&quot;:&quot;6a301d90c9806&quot;}\" data-wp-interactive=\"core\/image\" data-wp-key=\"6a301d90c9806\" class=\"wp-block-image size-large is-resized wp-lightbox-container\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-wp-class--hide=\"state.isContentHidden\" data-wp-class--show=\"state.isContentVisible\" data-wp-init=\"callbacks.setButtonStyles\" data-wp-on--click=\"actions.showLightbox\" data-wp-on--load=\"callbacks.setButtonStyles\" data-wp-on-window--resize=\"callbacks.setButtonStyles\" src=\"https:\/\/walsermundart.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Heuzug-Hans-Kaestli-red-1024x742.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5901\" width=\"464\" height=\"335\" srcset=\"https:\/\/walsermundart.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Heuzug-Hans-Kaestli-red-1024x742.jpg 1024w, https:\/\/walsermundart.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Heuzug-Hans-Kaestli-red-300x217.jpg 300w, https:\/\/walsermundart.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Heuzug-Hans-Kaestli-red.jpg 1072w\" sizes=\"auto, (max-width: 464px) 100vw, 464px\" \/><button\n\t\t\tclass=\"lightbox-trigger\"\n\t\t\ttype=\"button\"\n\t\t\taria-haspopup=\"dialog\"\n\t\t\taria-label=\"Vergr\u00f6ssern\"\n\t\t\tdata-wp-init=\"callbacks.initTriggerButton\"\n\t\t\tdata-wp-on--click=\"actions.showLightbox\"\n\t\t\tdata-wp-style--right=\"state.imageButtonRight\"\n\t\t\tdata-wp-style--top=\"state.imageButtonTop\"\n\t\t>\n\t\t\t<svg xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" width=\"12\" height=\"12\" fill=\"none\" viewBox=\"0 0 12 12\">\n\t\t\t\t<path fill=\"#fff\" d=\"M2 0a2 2 0 0 0-2 2v2h1.5V2a.5.5 0 0 1 .5-.5h2V0H2Zm2 10.5H2a.5.5 0 0 1-.5-.5V8H0v2a2 2 0 0 0 2 2h2v-1.5ZM8 12v-1.5h2a.5.5 0 0 0 .5-.5V8H12v2a2 2 0 0 1-2 2H8Zm2-12a2 2 0 0 1 2 2v2h-1.5V2a.5.5 0 0 0-.5-.5H8V0h2Z\" \/>\n\t\t\t<\/svg>\n\t\t<\/button><figcaption>Ausgelegtes Burdiseil.<br>Statt des hier abgebildeten Hanfseils bestand des Zugseil meist aus einer Lederstricke.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Nach einer Verschnaufpause musste ich zuerst ein &#171;Bett&#187; machen, d.h. den hohen Schnee vor dem Tor wegschaufeln, w\u00e4hrend Hitsch mit Schroten begann. Ein Schrot war etwa 80 mal 80 cm. War das Bett bereit, wurde zuerst das Zugseil, meist eine Lederstricke mit <strong>Spola<\/strong>, der L\u00e4nge nach ausgelegt. Dar\u00fcber legte man das Burdiseil in genau festgelegter Art und Weise aus. Immer in einer zickzack-Linie einmal links des Zugseils, dann wieder rechts und immer beim Richtungswechsel eine Tr\u00fc\u00e4gl\u00e4 einziehen. Das ganze Seilgebilde war dann etwa 1.5 m breit und hatte die L\u00e4nge des Schlittens. War alles ger\u00fcstet, gings an&#8217;s Laden. Zu diesem Zweck stiess Hitsch in einer Tiefe von vielleicht 40 cm beide Arme unter das freigeschrotete Heu und hob es an. Diese Arbeit musste vorsichtig getan werden, damit sich wenig Heu von der abgehobenen Schicht (<strong>Pletsch\u00e4<\/strong>, wie man dem sagte) l\u00f6ste. Diese Pletsch\u00e4 wurden nun vorsichtig auf die ger\u00fcsteten Seile gelegt. Dann wurde wieder geschrotet und die n\u00e4chste Pletsch\u00e4 wurde geladen, zwei hintereinander. War die <strong>Burdi<\/strong> mannshoch, wurde gebunden. Diese Arbeit erforderte wenn m\u00f6glich die Anwesenheit von zwei Leuten, sodass der Heuzug kaum von einer Person allein bew\u00e4ltigt werden konnte. Das Ende des Seils wurde nun \u00fcber das Fuder geworfen. Auf der andern Seite zog der zweite Mann das Ende durch die erste Tr\u00fc\u00e4ggl\u00e4 und warf es wieder zur\u00fcck auf die andere Seite und so ging es weiter bis zur letzten Tr\u00fc\u00e4ggl\u00e4. Im gleichen Rhythmus wurde nun das Seil schritt- oder feldweise angezogen, bis eine kompakte Burdi vor uns stand. Jetzt noch das Zugseil festziehen und das ganze Fuder auf den Schlitten laden. Zu diesem Zweck wurde die Burdi zur Seite gelegt, der Schlitten darunter geschoben und dann Burdi und Schlitten wieder zur\u00fcck gekippt. Damit war alles f\u00fcr den Transport bereit. Vorher aber wurde t\u00fcchtig &#171;gespieslet&#187;. Mama hatte mir ein H\u00e4rdopfelw\u00fcrstli und Brot eingepackt. Danach kam der Aufbruch.<\/p>\n\n\n\n<figure data-wp-context=\"{&quot;imageId&quot;:&quot;6a301d90ca05f&quot;}\" data-wp-interactive=\"core\/image\" data-wp-key=\"6a301d90ca05f\" class=\"wp-block-image size-full is-resized wp-lightbox-container\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-wp-class--hide=\"state.isContentHidden\" data-wp-class--show=\"state.isContentVisible\" data-wp-init=\"callbacks.setButtonStyles\" data-wp-on--click=\"actions.showLightbox\" data-wp-on--load=\"callbacks.setButtonStyles\" data-wp-on-window--resize=\"callbacks.setButtonStyles\" src=\"https:\/\/walsermundart.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Heuzug-Hans-Kaestli-Trueaegglae.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5902\" width=\"282\" height=\"374\" srcset=\"https:\/\/walsermundart.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Heuzug-Hans-Kaestli-Trueaegglae.jpg 563w, https:\/\/walsermundart.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Heuzug-Hans-Kaestli-Trueaegglae-226x300.jpg 226w\" sizes=\"auto, (max-width: 282px) 100vw, 282px\" \/><button\n\t\t\tclass=\"lightbox-trigger\"\n\t\t\ttype=\"button\"\n\t\t\taria-haspopup=\"dialog\"\n\t\t\taria-label=\"Vergr\u00f6ssern\"\n\t\t\tdata-wp-init=\"callbacks.initTriggerButton\"\n\t\t\tdata-wp-on--click=\"actions.showLightbox\"\n\t\t\tdata-wp-style--right=\"state.imageButtonRight\"\n\t\t\tdata-wp-style--top=\"state.imageButtonTop\"\n\t\t>\n\t\t\t<svg xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" width=\"12\" height=\"12\" fill=\"none\" viewBox=\"0 0 12 12\">\n\t\t\t\t<path fill=\"#fff\" d=\"M2 0a2 2 0 0 0-2 2v2h1.5V2a.5.5 0 0 1 .5-.5h2V0H2Zm2 10.5H2a.5.5 0 0 1-.5-.5V8H0v2a2 2 0 0 0 2 2h2v-1.5ZM8 12v-1.5h2a.5.5 0 0 0 .5-.5V8H12v2a2 2 0 0 1-2 2H8Zm2-12a2 2 0 0 1 2 2v2h-1.5V2a.5.5 0 0 0-.5-.5H8V0h2Z\" \/>\n\t\t\t<\/svg>\n\t\t<\/button><figcaption>Tr\u00fc\u00e4ggl\u00e4, noch aus ds Ehnisch Best\u00e4nden<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Im tiefen Schnee sank das schwere Gef\u00e4hrt tief ein und es ging nur sehr m\u00fchsam vorw\u00e4rts. Auf dem flachen Teilst\u00fcck von der Pargatscheri bis in die B\u00fc\u00e4l\u00e4wiis wurde je ein Schlitten gemeinsam gezogen bzw. geschoben, dann der andere. Nun gings mit merklich weniger Anstrengung bergab \u00fcber <strong>Planariend<\/strong>, <strong>Hitsch Salzgebersch Maiens\u00e4ss<\/strong>, der <strong>Kalberweide<\/strong> in die Kantonsstrasse und weiter bis nach Galenna. Alles verlief gut. Allerdings der kurze aber giftige Aufstieg von der Strasse in Galenna bis auf den Stall erforderte wieder Gemeinschaftsarbeit. Daf\u00fcr wurden wir von der Betta mit dem weitherum bekannten selbergemachten Hefering belohnt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/walsermundart.ch\/?page_id=3877\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/walsermundart.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Pfeil-zurueck-mini-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6871\" width=\"106\" height=\"68\"\/><\/a><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Galtji und Strom Mein Leben zwischen Bergbauer und Ingenieur Hans K\u00e4stli-Kleinert, Luzein, 1936-2015 Hans hat einige seiner Erinnerungen auf Wunsch seiner Familie in einer kleinen&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"_customify_content_layout":"","_customify_sidebar":"","_customify_page_header_display":"default","_customify_disable_header":"1","_customify_disable_header_top":"","_customify_disable_header_main":"","_customify_disable_header_bottom":"","_customify_disable_page_title":"","_customify_disable_content_vertical_padding":"","_customify_disable_footer_top":"","_customify_disable_footer_main":"","_customify_disable_footer_bottom":"","_customify_breadcrumb_display":"","_customify_header_transparent_display":"","footnotes":""},"class_list":["post-5898","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/walsermundart.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/5898","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/walsermundart.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/walsermundart.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/walsermundart.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/walsermundart.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5898"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/walsermundart.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/5898\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8112,"href":"https:\/\/walsermundart.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/5898\/revisions\/8112"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/walsermundart.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5898"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}